„Mit Gott durch schwere Zeiten… – Gedanken zur Botschaft des Kirchenjahres“ - Teil 11

Wir gehen schon seit vielen Monaten durch schwere Zeiten, die uns Tag für Tag herausfordern und auf die Probe stellen; auch in dem neuen Kirchenjahr. In einer Reihe von kurzen Texten und Bildern mit dem Titel „Mit Gott durch schwere Zeiten… – Gedanken zur Botschaft des Kirchenjahres“ begleitet uns Pfarrer Szilárd Wagner mit Anregungen für den Alltag zu den einzelnen Wochen vom Advent bis zum letzten Sonntag des Kirchenjahres. Sie sollen uns stärken, zum Nachdenken anregen und Gottes Gegenwart in unserem Leben spüren lassen. Viel Freude am Lesen und Nachdenken!

 
von Markuskirche

Letzter Sonntag nach Epiphanias

 

Jesaja 60,2.

„Über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.“

 

Mit dieser Woche geht die Zeit nach dem Epiphaniasfest und somit der Weihnachtsfestkreis zu Ende. Den Inhalt dieser Wochen beschreiben wir mit dem Wort „Erscheinung“, weil wir daran erinnert werden, wie vielfältig Gott in der Welt und in unserem Leben erschien und auch heute erscheint. Daher lohnt es sich sicherlich, uns die Frage zu stellen, was wir in die kommenden Wochen und Monate von dem mitnehmen, was von der Erscheinung Jesu Christi ausgerechnet uns, ausgerechnet jetzt klar geworden ist.

Mit dem Licht, der Helligkeit geht aber die Sichtbarkeit einher. Es ist aber gar nicht sicher, dass wir sichtbar werden wollen. In bestimmten Situationen ist es zugegebenermaßen leichter, wegzuschauen, uns in der Menge zu verstecken, denn dann müssen wir Menschen nicht persönlich begegnen, uns „outen“, unsere Meinung sagen oder streiten… Oft bereuen wir sogar auch noch später, dass wir uns an einem Gespräch beteiligt haben, das sich anders entwickelt hat als wir es erwartet hätten. Wir müssen uns also nicht in der Pubertät befinden, um dieses Gefühl zu haben: Es wäre besser, wenn unsere Anwesenheit gar nicht bemerkt werden würde.

In solchen Situationen würden wir von Gott Ermutigung und Stärkung erwarten, so dass wir in der Lage sind, für uns selbst einzutreten, unsere Meinung trotz Gegenwind zum Ausdruck zu bringen. In diesem kurzen Satz bekommen wir aber nicht das, sondern eine Feststellung: „Über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.“ Weil dieser Vorgang nicht von uns abhängig ist. Ein Mensch, in dessen Leben Gott erschienen ist, der den Glauben geschenkt bekommen hat, kann dies nicht verstecken. Wenn uns Gott irgendwie benutzt, damit sein Licht zu anderen Menschen gelangt und dann auch an ihnen sichtbar wird, dann tut er das eben in der Art und Weise.

Szilárd Wagner

 

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Foto: Viola Boxberger @ pixelio.de

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