„Mit Gott durch schwere Zeiten… – Gedanken zur Botschaft des Kirchenjahres“ - Teil 13

Wir gehen schon seit vielen Monaten durch schwere Zeiten, die uns Tag für Tag herausfordern und auf die Probe stellen; auch in dem neuen Kirchenjahr. In einer Reihe von kurzen Texten und Bildern mit dem Titel „Mit Gott durch schwere Zeiten… – Gedanken zur Botschaft des Kirchenjahres“ begleitet uns Pfarrer Szilárd Wagner mit Anregungen für den Alltag zu den einzelnen Wochen vom Advent bis zum letzten Sonntag des Kirchenjahres. Sie sollen uns stärken, zum Nachdenken anregen und Gottes Gegenwart in unserem Leben spüren lassen. Viel Freude am Lesen und Nachdenken!

 
von Markuskirche

3. Sonntag vor der Passionszeit

 

Daniel 9,18.

„Wir liegen vor dir mit unserem Gebet und vertrauen nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.“

 

Dem Christentum und der Kirche wird oft vorgeworfen, dass sie die Fähigkeit des Menschen, seinen persönlichen Lebensraum oder die Welt um sich herum zu verändern, nicht ernst genug nimmt. Die Vertreter dieser Ansicht stellen sich Gott – und seine irdischen Gesandten – als einen Sachwalter vor, der den Menschen sich nicht entfalten lässt, sondern entweder alles für ihn macht, oder gar nichts tut. Die Kinder Gottes werden folglich als Menschen angesehen, die als Unterdrückte in ihrer eigenen Welt leben.

Wenn wir dieses Phänomen aus einer anderen Perspektive betrachten, können wir feststellen, dass in der christlichen Gemeinschaft tatsächlich seltener gelobt wird. Die wahre Leistung wird nicht wirklich anerkannt und ausgesprochen, stattdessen eher routinemäßig „gedankt“. Wir befürchten vielleicht, dass wir damit die Bedeutung des Werkes Gottes unter den Menschen unterschätzen oder in den Schatten stellen.

Der vom Propheten Daniel zitierte Satz zeigt uns deutlich, dass weder die eine, noch die andere Denkweise richtig ist. Es geht nämlich nicht darum, dass wir uns oder andere Menschen für unfähig halten würden, Gutes zu tun. Wir vergessen Gott auch dann nicht, wenn wir unsere wichtigen Aufgaben erfolgreich verrichten. Wir wissen aber, dass jeder Erfolg, jede große Tat einen Preis hat. Denn während wir mit diesen Aufgaben beschäftigt sind, verschwinden Menschen aus unserem Blickfeld, die unbedingt dazugehören. Daher machen uns in erster Linie nicht unsere Taten zu ausgeglichenen und glücklichen Menschen, sondern dass diese Taten unter den anderen, genauso wichtigen Lebensereignissen ihren Platz finden. Dieses Gleichgewicht zu finden ist sehr schwer. Doch durch die erhörten Gebete kann sich Gott unser erbarmen und uns den Weg zeigen, der dahinführt.

Szilárd Wagner

 

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Foto: Twinlili @ pixelio.de

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