„Mit Gott durch schwere Zeiten… – Gedanken zur Botschaft des Kirchenjahres“ - Teil 15

Wir gehen schon seit vielen Monaten durch schwere Zeiten, die uns Tag für Tag herausfordern und auf die Probe stellen; auch in dem neuen Kirchenjahr. In einer Reihe von kurzen Texten und Bildern mit dem Titel „Mit Gott durch schwere Zeiten… – Gedanken zur Botschaft des Kirchenjahres“ begleitet uns Pfarrer Szilárd Wagner mit Anregungen für den Alltag zu den einzelnen Wochen vom Advent bis zum letzten Sonntag des Kirchenjahres. Sie sollen uns stärken, zum Nachdenken anregen und Gottes Gegenwart in unserem Leben spüren lassen. Viel Freude am Lesen und Nachdenken!

 
von Markuskirche

Letzter Sonntag vor der Passionszeit

 

Lukasevangelium 18,31.

Jesus Christus sprach zu seinen Jüngern: „Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.“

 

Am Anfang der Passionszeit erinnern wir uns daran, dass es im Leben Jesu auf einmal einen Wendepunkt gab. Ab diesem Zeitpunkt hat er sich im wahrsten Sinne des Wortes nach Jerusalem gewendet, wo er seinen irdischen Auftrag vollendet hat. Für seine Begleiterinnen und Begleiter, in erster Linie für seine Jünger war es schwer, dies zu verstehen und ihm dabei zu folgen.

Als der russisch-ukrainische Konflikt in den vergangenen Tagen „ernst wurde“ und der Krieg ausbrach, verstanden plötzlich alle, was für ein Unterschied zwischen dem „kalten“ Krieg miteinander rivalisierender Völker, und dem wahren Krieg mit bewaffneten Auseinandersetzungen und Tausenden von Flüchtlingen besteht. Die menschlichen Bemühungen für den Frieden waren erfolglos und wir wissen nicht, wann es wieder Frieden gibt.

In diese Situation hinein spricht der Satz aus dem Lukasevangelium über den Wendepunkt des Lebens Jesu, ab dem ihm nur noch der Sieg über den Tod und das Heil der Menschen wirklich wichtig war. Der Mensch, der sich nach Frieden sehnt, aber dafür wenig tun kann, erhält nun die Einladung, den Willen Gottes, der die Weltgeschichte in seinen Händen hält, ernst zu nehmen, sich am Frieden-Stiften zu beteiligen. Auch wir sind eingeladen, das uns mögliche im Friedensprozess zu leisten und zu beten: „Herr, erbarme dich!“

Szilárd Wagner

 

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Foto: Rainer Sturm - pixelio.de

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