Mit Gott durch schwere Zeiten… – Gedanken zur Botschaft des Kirchenjahres - Teil 3

Wir gehen schon seit vielen Monaten durch schwere Zeiten, die uns Tag für Tag herausfordern und auf die Probe stellen; auch in dem neuen Kirchenjahr, das kürzlich begann. In einer Reihe von kurzen Texten und Bildern mit dem Titel „Mit Gott durch schwere Zeiten… – Gedanken zur Botschaft des Kirchenjahres“ begleitet uns Pfarrer Szilárd Wagner mit Anregungen für den Alltag zu den einzelnen Wochen vom Advent bis zum letzten Sonntag des Kirchenjahres. Sie sollen uns stärken, zum Nachdenken anregen und Gottes Gegenwart in unserem Leben spüren lassen. Viel Freude am Lesen und Nachdenken!

 
von Markuskirche

3. Woche im Advent

Prophet Jesaja 40,3.10.

„Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, der Herr kommt gewaltig.“

Wir kennen die häufig gestellte Frage allzu gut: Was ist das Wichtigste im Leben? Wenn diese Frage gestellt wird, kommen meistens ganz unterschiedliche Antworten, wie z.B. Gesundheit, Geld, Glaube, Glück, Familie, gelingendes Leben. Unabhängig davon, welche unsere persönliche Antwort auf diese Frage ist, ist diese oft auch mit einer gewissen Sorge verbunden. Was passiert, wenn wir unser Ziel doch nicht erreichen, wenn wir doch nicht reich oder glücklich werden, wenn wir unsere Familienplanung nicht verwirklichen können oder unsere Gesundheit in dauerhafte Gefahr geriete? Je mehr Lebenserfahrung wir sammeln, desto mehr solche negativen Beispiele erleben wir um uns herum.

Es gibt Menschen, die der Ansicht sind, dass nur die Macht die Sicherheit im Leben gewähren kann. Denn dort, wo sich Macht und Einfluss konzentriert, da entsteht früher oder später auch Reichtum, gesellschaftlicher Status und eine Art Glück. Die vergangenen ein-zwei Jahre haben gezeigt, dass wirtschaftliche und politische Macht sehr zerbrechlich und kurzlebig sein können, sie kann aber das Leben von vielen Menschen – wohlgemerkt oft auch gegen ihren Willen – wirksam verändern und auf Existenzen großen Einfluss nehmen. Aufgrund dieser oft bitteren Erfahrungen ergibt sich die begründete Frage, wem man überhaupt Macht anvertrauen soll.

Der Prophet Jesaja gibt eine erstaunliche Antwort auf diese Frage. Er überlegt sich in erster Linie nicht, wem man Macht anvertrauen soll, so dass dies den Interessen der Welt und den in ihr Lebenden am meisten dienen kann. Er stellt den in den Mittelpunkt, der es nicht brauch, Macht und Einfluss zu bekommen, weil er diese bereits HAT: Gott selbst. Jesus Christus, der beim ersten Weihnachten in die Welt gekommen ist, hat diese Macht inne und macht aus ihr auch Gebrauch. Das Geheimnis der erstaunlichen Wirkung seiner Taten und seines irdischen Lebens insgesamt war die Tatsache, dass Menschen um ihn herum überhaupt nicht auf den Gedanken kamen, ihn in Frage zu stellen, denn sie wurden mit hineingenommen in die Gegenwart Gottes in dieser Welt.

Wir bekommen in der dritten Adventwoche die Aufgabe, den Weg zu bereiten. Es ist selbstverständlich, dass wir uns über die Gegenwart Gottes um uns herum freuen und uns dabei mit Dank an seine Wegbereiter denken: z.B. an Johannes den Täufer oder an unsere Eltern und Großeltern, die ggf. die ersten Botinnen und Boten Gottes in unserem Leben waren. Darüber hinaus könnten wir aber auch dafür beten und etwas tun, dass wir auf den Heiland und auf die Gegenwart Gottes, die unserem Leben einen Sinn gibt, auch diese Weihnachten nicht verzichten müssen. Diese Woche macht uns darauf aufmerksam, dass unsere Weihnachten, ohne den Weg zu bereiten, ohne die Gegenwart Gottes nicht vollkommen sein können. Sie können „angenehm“ oder „fröhlich“, aber nicht gesegnet sein.

Szilárd Wagner

 

Hier geht es zu allen Beiträgen!

Weitere Artikel

Nach Oben