„Mit Gott durch schwere Zeiten… – Gedanken zur Botschaft des Kirchenjahres“ - Teil 6

Wir gehen schon seit vielen Monaten durch schwere Zeiten, die uns Tag für Tag herausfordern und auf die Probe stellen; auch in dem neuen Kirchenjahr. In einer Reihe von kurzen Texten und Bildern mit dem Titel „Mit Gott durch schwere Zeiten… – Gedanken zur Botschaft des Kirchenjahres“ begleitet uns Pfarrer Szilárd Wagner mit Anregungen für den Alltag zu den einzelnen Wochen vom Advent bis zum letzten Sonntag des Kirchenjahres. Sie sollen uns stärken, zum Nachdenken anregen und Gottes Gegenwart in unserem Leben spüren lassen. Viel Freude am Lesen und Nachdenken!

 
von Markuskirche

2. Woche nach Weihnachten

 

Johannesevangelium 1,14b.

„Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“

 

In den vergangenen Wochen ist jeder und jede in irgendeiner Form dem “Weihnachten-Erlebnis” begegnet. Die meisten dieser Begegnungen bleiben in guter Erinnerung, denn die Feiertage waren eine gute Gelegenheit, nicht nur an inhaltliche Dinge erinnert zu werden, sondern uns auch mit für uns wichtigen Familienmitgliedern und Freunden zu treffen. Wir sollten aber diejenige auch nicht vergessen, die diese Tage einsam verbracht haben, an derer Tür niemand geklopft hat und deren Seelen die Weihnachtsbotschaft auch dieses Jahr nicht näherkommen konnte.

Der zitierte Satz des Evangelisten Johannes übergibt uns die gute Nachricht, dass es immer noch nicht zu spät ist. Einerseits ist die Weihnachtszeit noch nicht zu Ende, andererseits holen viele Menschen die noch nicht getätigten Besuche bei denen nach, die ihren Herzen nahestehen. Daher ist es auch nicht zu spät, darüber nachzudenken, was wir dieses Jahr von dem gesehen haben, was Weihnachten zu Weihnachten macht.

Warum lohnt es sich überhaupt, sich diese Frage zu stellen? Nun ist das Weihnachtsfest das Fest aller Menschen und wir Menschen in dieser Welt sind so unterschiedlich, sodass, wenn wir nach einer inhaltlichen Beschreibung von Weihnachten suchen, welche für alle Menschen konsensfähig ist, fast nichts übrigbleibt. Abgesehen davon, dass das Bedürfnis nach einem großen Konsens in der persönlichen oder familiären Feier eigentlich keine Rolle spielt…

Wir sollten daher eher dem Zeugnis des Evangelisten Johannes Aufmerksamkeit schenken. Was wir jedes Jahr neu entdecken und erleben dürfen, ist die Tatsache, dass Gott in Jesus Christus Mensch geworden ist. Dadurch wurde uns die Möglichkeit eröffnet, unser Leben in seiner Liebe und Gnade zu verbringen. Johannes weist auf eine konkrete Folge hin: Wenn uns diese Gnade erreicht, dann befreit sie uns aus unseren Abhängigkeiten, aus dem ständigen Drang, anerkannt zu werden und aus der Unsicherheit, ob wir Recht oder Unrecht tun, ob wir mit uns und anderen richtig oder falsch umgehen. Wer möchte nicht in dieser Ruhe und Sicherheit leben wollen?

Szilárd Wagner

 

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