Mit Gott durch schwere Zeiten… – Gedanken zur Botschaft des Kirchenjahres - Teil 1

Wir gehen schon seit vielen Monaten durch schwere Zeiten, die uns Tag für Tag herausfordern und auf die Probe stellen; auch in dem neuen Kirchenjahr, das am vergangenen Sonntag begann. In einer Reihe von kurzen Texten und Bildern mit dem Titel „Mit Gott durch schwere Zeiten… – Gedanken zur Botschaft des Kirchenjahres“ begleitet uns Pfarrer Szilárd Wagner mit Anregungen für den Alltag zu den einzelnen Wochen vom Advent bis zum letzten Sonntag des Kirchenjahres. Sie sollen uns stärken, zum Nachdenken anregen und Gottes Gegenwart in unserem Leben spüren lassen. Viel Freude am Lesen und Nachdenken!

 
von Markuskirche

1. Woche im Advent

Sacharja 9,9.

Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.

Es kommt oft vor, dass wir zwar über die Absicht eines „Neuanfangs“ sprechen, danach aber alles genau so weitermachen wie vorher. Nichts ändert sich. Zugegebenermaßen fällt die Entscheidung oft leichter als die Durchführung des Plans. Wir scheitern schon bevor wir angefangen haben. Das ist eine Erfahrung, die die meisten unter uns wahrscheinlich schon gemacht haben. Dabei dachten wir vielleicht, dass entweder bereits der Plan zum Scheitern verurteilt war, die äußeren Bedingungen fehlten oder dass der Fleiß unsererseits nicht ausreichend war. Die größte Herausforderung ist allerdings die, dass wir die Möglichkeit eines Neunfangs nicht nur erwägen sollen, sondern daran auch glauben müssen.

Mit jedem Neuanfang betreten wir unbekanntes Terrain. Je radikaler der Zwang oder die Entscheidung, desto größer ist die Herausforderung und die Unsicherheit. In einen neuen Lebensabschnitt, in neue menschliche Beziehungen oder neue Lebensbedingungen einzutreten, bedeutet immer auch einen Bruch mit dem Gewohnten, dem Bewährten, dem Selbstverständlichen…

Es kann passieren, dass die Entscheidung gar nicht unsere war, denn wir wurden verlassen, gekündigt, hinausgeekelt, ausgeschlossen oder wir konnten eine Situation nicht mehr ertragen. Gegebenenfalls gibt es eine Pandemie, die uns, unsere Familie und unseren Bekanntenkreis zum Neuanfang zwingt. Es wird nicht gefragt, ob du es willst, ob du darauf vorbereitet oder damit einverstanden bist…

Unsere selbstgewollten oder erzwungenen Neuanfänge verbinden sich am Anfang des Kirchenjahres mit einem anderen Anfang. Diesen haben nicht wir erfunden, sondern unsere Vorfahren im Glauben. Sie meinten, dass es sich lohnt, über denjenigen Neuanfang nachzudenken, den Gott beschlossen und in unserer Welt zur Vollendung gebracht hat. In den bei Weitem nicht ungestörten Fluss unserer Welt bricht der Advent, die Ankunft ein, der auch uns etwas schenken will.

Im Buch des Propheten Sacharja lesen wir, dass Gott mit seinem Volk in der Art und Weise etwas Neues herbeiführt, dass er einen König zu ihm schickt. Die biblische Sprache meint mit dem Begriff „König“ jemanden, dessen Kommen das Leben des Volkes grundsätzlich verändert, und dessen Tätigkeit durch die Wahrheit und deren Durchsetzung gekennzeichnet ist. Hinter diesen gehobenen und ermutigenden Worten können wir gleich unsere Bedürfnisse entdecken. Denn die Frage an uns lautet – gerade angesichts einer Lebenswirklichkeit, in der uns falsche, irreführende Informationen und offensichtliche Lügen betrüben –, ob wir gerne jemanden hätten, der nicht nur über die Kenntnisse, sondern auch über die Autorität verfügt, so dass die Wahrheit am Ende doch siegen kann?

Gehen wir nun gemeinsam den Weg, auf dem sich der zu uns kommende Gott offenbart und uns Woche für Woche etwas Neues von seiner Wirklichkeit entdecken lässt. Wir dürfen hoffen, dass er uns immer öfter beschenkt mit der freudenvollen Aufgabe, die Falschheit zu entlarven und die Wahrheit zu entfalten.

Gottes Segen begleite uns auf diesem Weg!

Szilárd Wagner

 

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