Mit Gott durch schwere Zeiten… – Gedanken zur Botschaft des Kirchenjahres - Teil 2

Wir gehen schon seit vielen Monaten durch schwere Zeiten, die uns Tag für Tag herausfordern und auf die Probe stellen; auch in dem neuen Kirchenjahr, das kürzlich begann. In einer Reihe von kurzen Texten und Bildern mit dem Titel „Mit Gott durch schwere Zeiten… – Gedanken zur Botschaft des Kirchenjahres“ begleitet uns Pfarrer Szilárd Wagner mit Anregungen für den Alltag zu den einzelnen Wochen vom Advent bis zum letzten Sonntag des Kirchenjahres. Sie sollen uns stärken, zum Nachdenken anregen und Gottes Gegenwart in unserem Leben spüren lassen. Viel Freude am Lesen und Nachdenken!

 
von Markuskirche

2. Woche im Advent

Lukas 21,28.

„Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht!“

In unserem Alltag gehen wir oft die gleichen Wege. Auf diesen Wegen gibt es Gebäude, Bäume, Läden, Autos oder sogar Menschen, die wir uns jedes Mal anschauen, weil es sich einmal so ergeben hat und irgendwann beinahe zum Ritual geworden ist. Ich ertappe mich oft dabei, dass ich schon darauf warte, dass der Blumenverkäufer in der Nähe der U-Bahn-Station an seinem Schreibtisch sitzt und wir uns begrüßen können, wie jeden Morgen. Auch meine Kinder beschweren sich, wenn die Rolltreppe ausnahmsweise mal nicht funktioniert und wir mit dem Lift fahren müssen…

Ich denke aber, dass uns etwas bei diesen gewohnten Perspektiven gewaltig abhandenkommt. Was würde passieren, wenn wir diese Perspektiven einmal ganz bewusst verlassen und uns andere suchen würden? Vor Jahren ist mir auf einmal bewusst geworden, dass ich mich fast wie an einem anderen Ort fühle, wenn ich die Augenhöhen-Perspektive verlasse und nach oben schaue. Die Gebäude sehen ganz anders aus: Viel schöner nämlich als ihre unteren Teile. Da oben ist einfach weniger los, dafür erblicken wir – selbst in der Großstadt – Vögel, Dacharbeiter, Flugzeuge und den Himmel. Seit dieser Erkenntnis bin ich immer wieder dankbar für diese neue Perspektive meines Alltags.

In der zweiten Adventwoche werden wir auch durch den Wochenspruch aus dem Lukasevangelium zum Entdecken neuer Perspektiven ermutigt. „Seht auf und erhebt eure Häupter…“ Wie bereits festgestellt, können wir bereits durch wort-wörtliches Umsetzen dieser Aufforderung neue, schöne Dinge entdecken. Für das, was wir Menschen tun können, was gar nicht wenig ist, dafür steht auf dem Foto das Flugzeug, das nicht nur bei den ersten Flugversuchen der Menschheit neue Perspektiven eröffnet hat, sondern auch heute.

Gerade in schwierigen Zeiten, wie in unseren Tagen, scheint aber das, was wir Menschen tun können, nicht ausreichend zu sein. Hier bietet sich eine neue Perspektive an. Wir dürfen auch das erkennen, was Gott getan hat und dafür tun kann, dass sich uns Neues, Ungeahntes auftut. Dafür steht der Kirchenturm auf dem Foto. Die Perspektive, die der Advent, d.h. das Kommen Gottes in diese Welt eröffnet, erfüllt uns mit Hoffnung auf ein Leben, in dem Gott angekommen ist, und das er selbst führt. Der Weg, den wir dann gehen dürfen, führt in die Gemeinschaft, die wir gerade in diesen Tagen und Wochen so sehr vermissen.

Die Entdeckung der neuen, göttlichen Perspektive wünsche ich uns allen für diese Woche!

Szilárd Wagner

 

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